Die letzten Tage vor der Schonzeit

Die letzten Tage vor der Schonzeit

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Mit dem Barsch hat es geklappt... so halbwegs

Mit dem Barsch hat es geklappt… so halbwegs

Auch in den Niederlanden ist irgendwann Schonzeit angesagt. Genau genommen tritt das Kunstköderverbot – wie es im Land der Windmühlen genannt wird – im April in Kraft. Die Hechte haben da bereits eine Woche Schonzeit. Und auch wenn man noch gezielt auf die Entenschnäbel angeln darf, versuchen wir den Hecht zu umgehen um gezielt auf Barsch und Zander zu angeln.

In der letzten Woche vor der Schonzeit haben wir uns ein paar Tage Zeit und Urlaub genommen um noch ein paar Stachelräuber zu überlisten. Die ersten Tage hat noch mehr oder weniger gut geklappt und es sind fast ausschließlich Barsche an den Haken gegangen. Einen ganz besonderen Moment hatte ich an einem Tage mit Tobias an einem Spot – an dem ich einen Ü50 Barsch ganze drei Mal verloren habe. Ein Ü50 Barsch ist für mich bis heute ein unerreichter Fisch.  Auch wenn ich im Jahr so einige Ü40 Barsche fange, so komme ich nicht über die 44cm hinaus.

Vertikal habe ich meinen Köder präsentiert als ich auf einmal einen Biss bekommen habe, der mir fast die Eier aus dem Sack gehauen hat. Gefühlt zwar eine halbe Ewigkeit, ging der Drill nur einige Sekunden lang. Dabei war der Fisch so gut an der Oberfläche zu sehen, als wolle er mir mit seiner ganzen beeindruckenden Pracht zeigen, was ich gerade verloren habe, ehe er sich mit einem winkenden Flossenschlag verabschiedet hat. Mein Gesicht hat in dem Moment wohl Bände gesprochen.

Tobi mit einem tollen Barsch

Tobi mit einem tollen Barsch

Nachdem ich mich etwas beruhigt habe war die Taktik klar. Den Spot für eine bestimmte Zeit verlassen um es dann erneut zu probieren. Diese Taktik ging bei vielen Ü40 Barschen von mir auf. Und so war es auch hier…. fast. Eine viertel Stunde später war der Köder erneut im Wasser und hat Vertikal verführerisch auf einen Biss gewartet. Es hat nur wenige Sekunde gedauert und es knallte erneut in der Rute. Doch dieses Mal blieb der Fisch nicht hängen. Ohne jegliche Hoffnung habe ich den Köder erneut ins Wasser gelassen. Kurze Zeit später hing der Fisch von vorhin erneut. Und dieses Mal konnte auch Tobi den Brocken an der Oberfläche sehen. Und auch dieses Mal hat der Barsch nur kurz gewunken um im trüben Nass zu verschwinden. So ist Angeln nun einmal. Und mit einem weiteren Spot habe ich eine Rechnung offen …

Endlich ein Zander

Endlich ein Zander

Der letzte Tag – der auch noch mein Geburtstag war – hat alle anderen Tage zuvor in den Schatten gestellt. An diesem Tage sind Mirko, Joachim und ich los gewesen. Es war der erste richtig warme Tag und wir hatten viel Sonne mit teils 15 bis 20 Grad. Und das im März. Meine Hoffnungen waren nicht groß, denn solch ein Wetterumschwung ist für uns immer eine schwierige Aufgabe.

So war es auch kein Wunder, dass wir bis zum Mittag kaum Fische überlisten konnten. Neben diversen Spots – die wir die Tage noch nicht angefahren haben – sind wir natürlich auch ein paar der erfolgreichen Spots der letzten Tage angefahren. Doch auch hier sollte sich bisher nichts tun. Einer dieser Spots war dann genau der Spot – an dem ich den großen Barsch die Tage zuvor verloren habe. Erneut hatte ich die ganze Hoffnung auf diesen einen Fisch gelegt aber an diesem Tage war nicht ein einzige Barsch zu sehen. Dabei waren Barsche die einzigen Fische, die wir die Wochen zuvor noch in guten Stückzahlen fangen konnten.

Da hat er einfach so abgemetert

Da hat er einfach so abgemetert

Anstatt einen Barsch hatte Mirko auf einmal einen kampfstarken Hecht an der Rute. Das dieser Hecht am Ende auch genau den Meter geknackt hat – haben wir irgendwie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht so richtig schnallen können. Zu schwer war der Angeltag bisher.

Doch das sollte sich ab diesem Zeitpunkt ändern. Denn auf einmal hatten Mirko und Joachim einen Hecht nach dem anderen an der Rute. Tolle Hechte – so Kampfstark wie wir es schon lange nicht mehr hatten. Und alle diese Hechte waren schmal und haben glücklicherweise bereits abgelaicht gehabt. Dennoch waren es nicht unsere Zielfische.

Die Schleie - Ein wundervoller Beifang

Die Schleie – Ein wundervoller Beifang

Bei mir sah es allerdings anders aus. Während Joachim und Mirko abgeräumt haben, hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal Bisse. Doch was war das? Ein Biss an einer Stelle – an der ich eh mit keinem Fisch gerechnet habe. Und warum zappelt der Fisch so heftig und geht in der Strömung so ab? Ich hatte einen Verdacht. Denn ein Hecht und Zander konnte ich ausschließen und auch an einen Barsch wollte ich nicht so recht glauben. Vor einem Jahr hatte ich bereits eine Tinca an diesem Spot gefangen. Und so war es auch heute – eine wirklich schöne und gut im Futter stehende Schleie hat sich meinen Gummi geschnappt. Ja – die Schleie hat tatsächlich gebissen. Da fragt man sich “Kann dieser Tag noch verrückter werden?”. Ja – er kann!

Der nächste Zander hängt am Band

Der nächste Zander hängt am Band

Nachdem ich an der selben Stelle kurze Zeit später noch einen Hecht gefangen hab, haben wir den Spot schnell verlassen und sind zu den letzten beiden Spot aufgebrochen. Die anderen beiden Spots sind uns gut bekannt. Allerdings sind es Stellen – die eigentlich nur im Sommer funktionieren. Umso erstaunter sind wir über das Ergebnis gewesen.

Kaum angekommen war der Mirko bereits am nörgeln, dass der Zander auf Kunstköder absolut nicht sein Fisch ist und er kaum welche davon fängt. Kaum ausgesprochen hatte er den ersten Zander an Band und wir alle konnten unseren Augen kaum trauen. Direkt darauf folgte ein Fehlbiss, nur um kurz darauf noch einen Zander zu fangen. Dann hatte auch ich endlich ein Fisch im Drill. Doch kurz vor der Landung ist dieser an der Oberfläche ausgestiegen. Nur was zur Hölle war das? Eine weitere Schleie die sich meinen Gummifisch einverleibt und kurz vor dem Ufer ausgespuckt hatte. Eine Schleie auf Gummifisch ist schon eine extreme Seltenheit. Aber gleich zwei davon an einem Tag… davon habe ich bisher nicht gehört.

Zufrieden und Glücklich über diesen mega Fang

Zufrieden und Glücklich über diesen mega Fang

So langsam neigte sich der letzte Tag auch dem Ende zu und wir sind zur letzten Stelle des Tages und dieser Saison gefahren. Und wie sollte es auch anders sein? Mirko und Joachim hatten einen Biss nach dem anderen. Nur leider blieb nichts von den Tieren hängen… Bis zu dem Zeitpunkt an dem Mirko nach einem Anschlag einen Hänger hatte – welchen er mit Mühe und Not in seine Richtung pumpen konnte. Wir haben mit einem Fahrrad – wie in Holland nicht unüblich – oder einem weiteren Autoreifen (Ja, ich hatte ein paar Stunden zuvor einen Autoreifen gefangen -.-) gerechnet. Doch auf einmal bewegte sich der Hänger an der anderen Seite gemächlich in die entgegengesetzte Richtung und der Fisch hat den Takt angegeben. Während Joachim zum Auto gerannt ist um den Kescher zu holen, habe ich bereits meine Jacke ausgezogen und Handy und Wertgegenstände aus den Taschen geholt um ins Wasser zu steigen. Denn bei so einem Brocken hilft man als Gruppe und tut alles erdenkliche um den Fisch des Lebens zu landen. Doch dann zog der Fisch auf einmal ab und ist in Richtung eines Hindernisses geschwommen. Mirko musste Druck aufbauen und dann auf einmal war die Schnur straff und der Fisch zog von dannen. Am Haken hing nur noch eine Schuppe die lediglich erahnen lassen konnten um was für einen Fisch es sich gehandelt haben könnte.

Wenige Würfe später war dann Joachim seine Rute krumm. Kurz vor dem raus heben des Köders hat der Gummfisch eine andere Richtung eingeschlagen und ein fetter Zander wollte die Beute nicht gehen lassen. Der Drill war heftig und hat Joachim alles abverlangt. Man meint ja, Zander seien wie ein Nasser Sack im Drill. Aber wenn man den richtigen Zander erwischt und dieser auch noch in der Strömung steht, dann kann man schon Mal einen Ritt mit machen. Der Fisch wurde anschließend sicher gekeschert und Joachim hatte einen neuen PB auf Foto.

Selten habe ich einen Menschen so zittern sehen. Und genau DAS ist es – was Angeln so besonders macht.  Dieser Fisch war ein perfekter Abschluss dieser Raubfisch Saison und ein ganz besonderes Ende für einen absolut verrückten und bekloppten Tag. Am Ende des Tages haben wir knapp 20 Raubfische auf die Matte legen können. Und auch wenn wir nicht einen einzigen Barsch – unseren Zielfisch – fangen konnten. So hat jeder einen ganz besonderen Fisch fangen dürfen. Joachim seinen PB Zander, Mirko einen Meter Hecht und ich … ähh … eine Schleie O.o

Männer – im Juni geht es wieder los. Und ich hoffe mit euch die Raubfisch Saison genauso verrückt einleiten dürfen wie an diesem Tage!

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