Hecht und Barsch im Blut(egel)rausch

Hecht und Barsch im Blut(egel)rausch

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Barsch auf Blutegel

Barsch auf Blutegel

Ich bin noch immer ganz geflasht von diesem einmaligen Angeltag. Noch jetzt habe ich einen Muskelkater wie schon lange nicht mehr. Der Winter sitzt noch stark in den Knochen und da kann ein solcher Tag – der nach den ganzen Wochen Deadbaiten auf Großhecht mit nur wenig Bewegung – schon ein wenig anstrengend sein. Denn an diesem Tag wurde aus dem Ansitz ein Angeltag an dem wir überwiegend Spinnfischen und Drop-Shot Angeln waren.

Im Grunde genommen war dies ein Tag wie jeder andere die letzten Wochen. Wir haben unsere Karpfenruten für den Hecht-Ansitz eingepackt und unsere Maver – Jurassic X Spin – Spinnrute für ein paar Würfe mit dem Spinner, Spinnerbait oder Gummfisch dabei, sofern auf unsere Köderfische nichts gehen sollte. Denn Flexibilität und Experimentierfreude ist für uns das A und O an Wasser.

Einer der viele gefangenen Barsche

Einer der viele gefangenen Barsche

Unsere Angelruten haben wir mit zuvor gefangenen Brassen bestückt und den Kanal entlang treiben lassen. Da wir bereits die Tage zuvor an anderen Stellen gute Barsche fangen konnten, haben wir einen Gummfisch montiert und unser Glück auf die stachligen Raubfische probiert. Nach ungefähr einer Stunde haben wir jeder einen schönen Ü30 Barsch landen können. Kontakte hatten wir einige doch am Ende blieb kaum etwas hängen, was vermutlich daran liegen mochte, dass es überwiegend Friedfische gewesen sind. Denn irgendwann blieb eine kapitale Rotfeder – die regulär auf den Gummfisch gebissen – hängen.

Mirko mit Barsch und Maver Rute

Mirko mit Barsch und Maver Rute

Um selektiv und gezielter auf die gestreiften Fische zu angeln habe wir uns ein Drop Shot System fertig gemacht. Mit kleinen Gummifischen montiert, hatten wir auch nach einer halben Stunde keinen weiteren Fisch am Haken. Bis zu dem Zeitpunkt – an dem ich mir einen Blutegel geschnappt und am Drop Shot System montiert habe. Direkt der erste Wurf brauchte mir einen schönen Ü30 Barsch.

Das Blutegel eine absoluter Geheimtipp auf Barsche sein können war mir schon vorher bewusst. Bereits im Herbst haben Tobi und ich tolle Erfahrungen mit den Egeln auf die Stachelritter gemacht. Aber das der Fangerfolg mit den Blutegeln auch im Winter funktioniert, damit habe ich ganz ehrlich gesagt nicht gerechnet. Was ich dann aber erleben sollte – das mag ich bis jetzt noch nicht ganz glauben. Denn auch mein zweiter Wurf brachte einen stattlichen Barsch von über 30cm zum Vorschein. Bei dritten und vierten Wurf das selbe, während Mirko mit dem Gummifisch keinen einzigen Kontakt hatte. Das kann kein Zufall mehr gewesen sein.

Wunderschöne Stachelräuber

Wunderschöne Stachelräuber

Jetzt hat auch Mirko den Blutegel beködert und ab diesem Zeitpunkt seine Fische gefangen. Es lief bei uns wie am Schnürchen und ein Fisch nach dem anderen hat den Weg in den Kescher gefunden. Neben den unzähligen Barschen habe wir auch jeder einen kleinen Zander gefangen, welche allerdings in dieser Region eher selten zu sein scheinen.

Kugelfisch oder Hecht auf Blutegel?

Kugelfisch oder Hecht auf Blutegel?

Das Barsche auf diese Blutsauger abfahren war mir bereits bewusst und auch Zander und kleine Hechte konnten wir immer Mal wieder damit fangen. Aber was dann folge kann ich bis jetzt noch nicht glauben. In weiter Ferne konnten wir es immer wieder rauben sehen.

Ein Hecht schien sich den Weg durch die Friedfisch-Schwärme zu fressen. Immer wieder sind ganze Massen kleiner Fische aus dem Wasser gesprungen. Allerdings waren diese Aktivitäten außerhalb unserer Wurfweite und wir haben mit dem Barsche angeln weiter gemacht wie zuvor.

Nur wenige Minuten später knallte es in meiner Rute und eine Flucht begann wie ich sie bisher kaum kannte. Immer wieder hat der Fisch Schnur genommen und mein dünnes Drop Shot geflecht auf die Probe gestellt. Da monofile Schnur als Drop Shot Vorfach verwendet wurde, habe ich mit einem seitlich gehakten Karpfen oder ähnliches gerechnet. Auch die spektakulären und ausdauernden Fluchten haben ähnliches vermuten lassen, denn die bisher gefangenen Hechte waren alle recht träge im Drill. Aber das am Ende eine derart fette Hechtdame am Haken war, welche auf den Blutegel gebissen hat und glücklich gehakt war, damit habe ich nicht gerechnet. Die Hechte der letzten Wochen waren alle recht fett aber solch einen Kugelfisch habe ich bisher noch nicht gesehen. Der Fisch hat gerade Mal 80cm gemessen aber eine Wampe wie ein ganz großer gehabt.

Blutegel & Barsch

Blutegel & Barsch

Dieser Blutrausch der Fische ging bis zum späten Abend so weiter. Wir mehrere Spots ausprobiert und überall, wo auch Fische zu finden waren, konnten wir die Barsche selektiv mit den Blutegeln fangen. Gegen Abend konnten wir zusammen weit über 70 Fische zählen. Neben den zahlreichen Barschen waren es 2 Zander und 2 Hechte, die auf unsere Köder reingefallen sind. Mit einem einzelnen Blutegel haben wir teils über 15 Barsche gefangen, ehe wir diesen durch einen Abriss oder was anderem verloren haben.

Diesen Angeltag werden Mirko und ich so schnell nicht vergessen und in Zukunft immer unsere Blutegel im Winter dabei haben.

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